Karl Fred Dahmen

1917 - 1981

Der Maler und Grafiker Karl Fred Dahmen gilt als bedeutender Vertreter des deutschen Informel. Im Laufe der 1960er und 1970er Jahre entwickelt er sich zum konzeptuellen Objektkünstler, der vom industriellen Rheinland in den ländlichen Chiemgau übersiedelt.

Das Frühwerk beinhaltet neben tachistisch orientierten Bilder expressiv-abstrakte Gemälde mit tektonischem Gefüge. Die dunkeltonige und reliefhafte Malerei und Materialcollagen erinnern an die Verletzung der heimischen Landschaft, die durch den Tagebau verursacht worden ist. Ab Mitte der sechziger Jahre integriert Dahmen zunehmend Gegenstände in seine Bilder, die als „Objektkästen“ gestaltet werden. Über die Verwendung von Alltagsdingen oder Gebrauchswerkzeug der Viehzucht sucht Dahmen in den „Telelandschaften“ und „Galgenbildern“ eine Rückbindung der Kunst an das Leben. Seine späten „Furchenbilder“ spiegeln seine Reiseerfahrung durch die Wüste Kaliforniens.

Karl Fred Dahmen wird 1917 in Stolberg geboren. 1932 und1933 besucht er bis zu deren Schließung die Kunstgewerbeschule Aachen und erlernt von 1936–1938 den Beruf des Gebrauchsgrafikers. Im Zweiten Weltkrieg gerät er als Soldat der Luftabwehr in Kriegsgefangenschaft, wo er zeichnet und aquarelliert. 1945 folgt ein kurzes Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. Der Künstler arbeitet daraufhin als freier Maler und wird Mitbegründer der Neuen Aachener Gruppe. Ab 1950 nimmt er an Ausstellungen der Gruppe „Junger Westen“ teil. Ab 1951 hält er sich häufig in Paris auf. 1953 organisiert er mit Vertretern der École de Paris die erste deutsch-französische Ausstellung „Heute“ im Aachener Museum. 1957 tritt Dahmen dem Deutschen Künstlerbund bei. In Lausanne erhält er 1959 den ersten internationalen Kunstpreis für abstrakte Malerei. Die ab 1965 entstehenden Objektkästen referieren die „Nouveaux Réalistes“. Dahmen wird Mitbegründer der „Nouvelle école européenne“ in Lausanne. Von 1960 bis 1967 hält er sich jährlich auf Ibiza auf. 1967 führt ihn eine Professur an die Münchner Kunstakademie, so dass er sich 1967 in Niederham im Chiemgau niederlässt. Unter seinen Studenten ist auch der Maler Günther Förg. Werke von Dahmen sind in der Pinakothek der Moderne München, dem Brooklyn Museum of Art New York, dem Kunstmuseum Basel und der Hamburger Kunsthalle. Der Künstler Karl Fred Dahmen verstirbt 1981 in Preinersdorf.

VAN HAM Art Estate betreut seit 2013 den Estate Karl Fred Dahmen, der Gemälde, Objektkästen und Papierarbeiten beinhaltet. Das Werkverzeichnis zu Karl Fred Dahmens Gesamtwerk wurde von Thomas Weber erstellt und 2003 von Volker Dahmen im Verlag der Buchhandlung Walter König veröffentlicht. Das Werkverzeichnis der Druckgrafik zwischen 1956–1978 wurde 1979 von Roland Angst herausgegeben. Neben dem künstlerischen Œuvre führt VAN HAM Art Estate auch den schriftlichen Nachlass mit einer umfangreichen Fotosammlung, die das Schaffen des Künstlers begleitet und dokumentiert.
 

Aktuelles